Ratgeber

Domain und Webhosting: Domains, DNS und Nameserver

Wie Domain und Server zusammenfinden: Registrierung, Nameserver, die wichtigsten DNS-Einträge und was beim Domain-Umzug zu beachten ist.

Domains und Hosting werden oft im selben Paket verkauft und deshalb gern verwechselt. Dabei sind es zwei unterschiedliche Dinge: Die Domain ist ein Name, den Sie bei einer Vergabestelle über einen Anbieter registrieren. Das Hosting ist der Speicherplatz auf einem Server. Erst das Domain Name System (DNS) verbindet beides. Wer versteht, wie diese Teile zusammenspielen, kann Probleme schneller eingrenzen, Anbieter unabhängiger wählen und Umzüge ohne Ausfall planen.

Domains registrieren

Jede Domainendung wird von einer zentralen Stelle verwaltet, für .de etwa von der DENIC, für .eu von EURid. Endkunden registrieren Domains aber nicht direkt dort, sondern über einen Anbieter (Registrar oder Reseller), häufig den Hoster selbst. Wichtige Punkte bei der Registrierung:

  • Inhaber: Tragen Sie sich selbst oder Ihr Unternehmen als Domaininhaber ein, nicht eine Agentur oder einen Mitarbeiter.
  • Laufzeit und Preis: Domains werden meist jährlich verlängert. Achten Sie auf den Preis ab dem zweiten Jahr.
  • Transfer: Der Anbieter sollte den Auth-Code für einen Umzug ohne Gebühr und zeitnah herausgeben.
  • Endungen: Neben Länderendungen wie .de, .at oder .eu gibt es generische Endungen. Manche haben eigene Vergaberegeln, etwa einen Wohnsitz- oder Sitznachweis innerhalb einer Region.

Nameserver: wer für Ihre Domain antwortet

Für jede Domain sind Nameserver hinterlegt, meist mindestens zwei. Sie sind die autoritative Quelle für alle DNS-Einträge der Domain. Typische Konstellationen:

  1. Alles beim Hoster: Domain, Nameserver und Hosting liegen beim selben Anbieter. Am einfachsten, aber beim Wechsel muss alles zusammen umziehen.
  2. Nameserver beim Hoster, Domain woanders: Sie tragen beim Domainanbieter die Nameserver des Hosters ein.
  3. Externer DNS-Dienst: Nameserver liegen bei einem spezialisierten DNS-Anbieter. Sie setzen dort die Einträge, die auf Ihren Webserver und Mailserver zeigen. Das ist flexibel und erleichtert Umzüge.

Die wichtigsten DNS-Einträge

Typ Funktion Beispiel
A Verweist einen Namen auf eine IPv4-Adresse www A 203.0.113.10
AAAA Verweist einen Namen auf eine IPv6-Adresse www AAAA 2001:db8::10
CNAME Alias auf einen anderen Namen shop CNAME shops.anbieter.example
MX Bestimmt den Mailserver der Domain @ MX 10 mail.anbieter.example
TXT Freitext, etwa für SPF, DKIM, DMARC und Domain-Nachweise @ TXT "v=spf1 include:... -all"
NS Nennt die zuständigen Nameserver @ NS ns1.anbieter.example
CAA Legt fest, welche Zertifizierungsstellen Zertifikate ausstellen dürfen @ CAA 0 issue "letsencrypt.org"

Die IP-Adressen und Namen in der Tabelle sind Beispielwerte aus den dafür reservierten Dokumentationsbereichen. Ein Sonderfall ist die Domain ohne www (Apex oder Root-Domain): Dort ist ein CNAME nach dem DNS-Standard nicht erlaubt, weil an dieser Stelle bereits andere Einträge wie NS und SOA stehen. Manche DNS-Anbieter lösen das mit eigenen Eintragstypen oder einer automatischen Auflösung im Hintergrund.

TTL: wie lange Antworten zwischengespeichert werden

Jeder DNS-Eintrag hat eine Time to Live (TTL) in Sekunden. Sie legt fest, wie lange Resolver bei Internetanbietern und in Firmennetzen die Antwort zwischenspeichern dürfen. Eine lange TTL entlastet die Nameserver, verzögert aber Änderungen. Vor einem geplanten Umzug senken Sie die TTL deshalb einige Zeit vorher auf wenige Minuten, stellen dann um und erhöhen sie danach wieder.

E-Mail und Domain

Wer Postfächer unter der eigenen Domain nutzt, muss neben der Website auch die Mail-Zustellung im Blick haben. Dafür sind der MX-Record und mehrere TXT-Einträge zuständig:

  • SPF legt fest, welche Server Mails im Namen Ihrer Domain versenden dürfen.
  • DKIM signiert ausgehende Mails, damit Empfänger die Echtheit prüfen können.
  • DMARC sagt empfangenden Servern, wie sie mit Mails umgehen sollen, die SPF oder DKIM nicht bestehen, und liefert Berichte.

Fehlen diese Einträge, landen Ihre Mails häufiger im Spam. Große Postfachanbieter verlangen sie inzwischen zumindest von Absendern mit hohem Versandvolumen. Website und E-Mail können übrigens bei unterschiedlichen Anbietern liegen; dann zeigt der A-Record auf den Webhoster und der MX-Record auf den Mailanbieter.

Subdomains

Subdomains wie shop.ihre-domain.de oder blog.ihre-domain.de legen Sie per DNS-Eintrag an. Sie können auf denselben Server oder auf einen ganz anderen Dienst zeigen. Ob ein Blog besser als Subdomain oder als Unterverzeichnis (ihre-domain.de/blog/) läuft, hängt von Technik und Pflegeaufwand ab; für die Suchmaschinenoptimierung wird ein Unterverzeichnis häufig als einfacher zu pflegen angesehen.

Domain umziehen

Ein Domain-Umzug (Transfer) bedeutet, dass die Verwaltung der Domain zu einem anderen Anbieter wechselt. Der Ablauf ist meist:

  1. DNS-Einträge beim alten Anbieter dokumentieren, idealerweise als Export der Zone.
  2. Beim neuen Anbieter die Zone mit denselben Einträgen anlegen.
  3. Auth-Code beim alten Anbieter anfordern und beim neuen Anbieter den Transfer starten.
  4. Nach dem Transfer prüfen, ob Website und E-Mail wie gewohnt funktionieren.

Bei .de-Domains läuft der Wechsel über den AuthInfo-Code, der früher übliche KK-Antrag zwischen den Anbietern spielt praktisch keine Rolle mehr. Ein Domain-Transfer allein verschiebt übrigens nicht die Website: Wenn auch das Hosting wechselt, folgen Sie der Anleitung zum Hosting-Umzug.

Sicherheit rund um die Domain

Die Domain ist ein zentraler Wert. Schützen Sie das Kundenkonto beim Registrar mit Zwei-Faktor-Anmeldung, aktivieren Sie, wo angeboten, eine Transfersperre und halten Sie die Kontakt-E-Mail aktuell, damit Ablauf- und Transferhinweise ankommen. Läuft eine Domain aus, kann sie nach einer Übergangsfrist von Dritten registriert werden. Weitere Schutzmaßnahmen stehen unter Hosting-Sicherheit, Begriffe wie Resolver, Zone oder SOA im Glossar.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Muss ich Domain und Hosting beim selben Anbieter buchen?
Nein. Viele Betreiber registrieren ihre Domains bei einem Anbieter und hosten die Website bei einem anderen. Sie tragen dann beim Domainanbieter die Nameserver oder die DNS-Einträge des Hosters ein. Das ist etwas mehr Verwaltungsaufwand, macht Sie aber unabhängiger.
Wie lange dauert es, bis DNS-Änderungen wirken?
Das hängt von der TTL der Einträge ab, also davon, wie lange Resolver eine Antwort zwischenspeichern dürfen. Bei einer TTL von einer Stunde sind die meisten Nutzer nach etwa einer Stunde auf dem neuen Stand. Wechseln Sie die Nameserver selbst, kann es länger dauern, weil auch die Einträge in der übergeordneten Zone zwischengespeichert werden.
Was ist der Auth-Code einer Domain?
Ein Passwort, mit dem Sie den Umzug einer Domain zu einem anderen Anbieter autorisieren. Sie erhalten ihn bei Ihrem bisherigen Anbieter und geben ihn beim neuen ein. Für .de-Domains heißt er AuthInfo.
Wem gehört die Domain, wenn eine Agentur sie registriert hat?
Entscheidend ist, wer als Domaininhaber eingetragen ist. Achten Sie darauf, dass Sie selbst oder Ihr Unternehmen Inhaber sind und nicht der Dienstleister. Sonst kann ein Wechsel schwierig werden.

Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026 von der Redaktion HostingAS. Hinweise auf Fehler oder veraltete Angaben nehmen wir gern über das Kontaktformular entgegen.