Domain und DNS

A-Record, CNAME, MX, TXT: DNS-Einträge verständlich erklärt

Alle wichtigen DNS-Eintragstypen mit Beispielen: wann A-Record und wann CNAME, wie MX-Prioritäten funktionieren und wofür TXT, CAA und SRV gebraucht werden.

DNS-Einträge sind die Wegweiser Ihrer Domain. Der A-Record verweist einen Namen auf eine IPv4-Adresse, der CNAME macht einen Namen zum Alias eines anderen, der MX-Record bestimmt den Mailserver und TXT-Records enthalten Textangaben für Dienste wie SPF oder Domain-Nachweise. Sie pflegen diese Einträge dort, wo die Nameserver Ihrer Domain liegen. Diese Übersicht erklärt jeden wichtigen Typ mit Beispiel und den typischen Fehlern. Wie Domain und Hosting insgesamt zusammenhängen, zeigt der Bereich Domain und Webhosting.

Aufbau eines DNS-Eintrags

Jeder Eintrag besteht aus denselben Bausteinen, auch wenn die Oberflächen der Anbieter sie unterschiedlich darstellen:

Feld Bedeutung Beispiel
Name (Host) Für welchen Namen der Eintrag gilt; @ steht für die Domain selbst www, @, shop
Typ Art des Eintrags A, CNAME, MX
Wert (Ziel) Inhalt, abhängig vom Typ 203.0.113.10
TTL Sekunden, die Resolver die Antwort zwischenspeichern dürfen 3600
Priorität Nur bei MX und SRV 10

Ein häufiger Stolperstein: Manche Oberflächen erwarten nur den Teil vor der Domain (www), andere den vollständigen Namen (www.ihre-domain.de). Wer bei der ersten Variante den vollen Namen einträgt, erzeugt versehentlich www.ihre-domain.de.ihre-domain.de.

Alle IP-Adressen und Namen in diesem Ratgeber sind Beispielwerte aus den dafür reservierten Dokumentationsbereichen.

A- und AAAA-Record: Name zu IP-Adresse

Der A-Record verknüpft einen Namen mit einer IPv4-Adresse:

@     A     203.0.113.10
www   A     203.0.113.10

Der AAAA-Record tut dasselbe für IPv6:

@     AAAA  2001:db8::10

Für einen Namen dürfen mehrere A- oder AAAA-Records bestehen, dann verteilen Clients die Anfragen. Wichtig beim Serverwechsel: Wenn Sie nur den A-Record ändern und ein veralteter AAAA-Record auf den alten Server zeigt, landen Besucher mit IPv6 weiterhin dort. Auch die Ausstellung von SSL-Zertifikaten scheitert dann häufig, wie im Ratgeber zum SSL-Zertifikat mit Let’s Encrypt beschrieben.

CNAME: ein Name als Alias

Ein CNAME (Canonical Name) verweist nicht auf eine Adresse, sondern auf einen anderen Namen:

www    CNAME  ihre-domain.de.
shop   CNAME  shops.anbieter.example.

Der Resolver fragt dann den Zielnamen ab und liefert dessen Adresse. Das ist praktisch, wenn ein externer Dienst seine IP-Adressen selbst verwaltet.

Für CNAME gelten zwei feste Regeln:

  1. Keine anderen Einträge daneben: Ein Name mit CNAME darf keine weiteren Einträge haben, also keinen MX, keinen TXT und keinen zweiten CNAME.
  2. Nicht an der Zonenspitze: Für die Domain selbst (@) ist ein CNAME nach Standard nicht zulässig, weil dort NS- und SOA-Einträge stehen. Einige DNS-Anbieter umgehen das mit eigenen Eintragstypen wie ALIAS oder ANAME.

Der Punkt am Ende von ihre-domain.de. kennzeichnet einen vollständigen Namen. Viele Oberflächen ergänzen ihn automatisch.

MX-Record: wer E-Mails annimmt

Der MX-Record (Mail Exchanger) nennt die Server, die E-Mails für Ihre Domain empfangen:

@   MX   10  mx1.mailanbieter.example.
@   MX   20  mx2.mailanbieter.example.

Die Zahl ist die Priorität: Der niedrigste Wert wird zuerst versucht. Beachten Sie dabei:

  • Das Ziel eines MX-Records muss ein Name mit A- oder AAAA-Record sein, kein CNAME und keine IP-Adresse.
  • Website und E-Mail können getrennte Wege gehen. Der A-Record zeigt dann auf den Webhoster, der MX-Record auf den Mailanbieter.
  • Fehlt der MX-Record, versuchen manche Server die Zustellung an die Adresse aus dem A-Record. Verlassen Sie sich nicht darauf.

Welche Möglichkeiten es für Postfächer unter der eigenen Domain gibt, erklärt der Ratgeber E-Mail mit eigener Domain.

TXT-Record: Text für viele Zwecke

TXT-Records enthalten beliebigen Text und sind zum Sammelbecken für Sicherheits- und Nachweiseinträge geworden:

Zweck Name Beispielwert
SPF @ v=spf1 include:_spf.mailanbieter.example -all
DKIM selektor._domainkey v=DKIM1; k=rsa; p=MIIB...
DMARC _dmarc v=DMARC1; p=none; rua=mailto:dmarc@ihre-domain.de
Domain-Nachweis @ oder vorgegebener Name Vom Dienst vorgegebene Zeichenfolge
ACME-Prüfung _acme-challenge Wird vom Zertifikatsprogramm gesetzt

Ein einzelner Textabschnitt in einem TXT-Record darf höchstens 255 Zeichen lang sein. Längere Werte wie DKIM-Schlüssel werden in mehrere Abschnitte aufgeteilt; gute DNS-Oberflächen erledigen das automatisch. Für SPF gilt: Pro Name darf es nur einen SPF-Eintrag geben. Zwei getrennte SPF-Records führen zu einem Fehler bei der Prüfung. Wie Sie SPF, DKIM und DMARC richtig einrichten, zeigt der Ratgeber SPF, DKIM und DMARC.

NS- und SOA-Record: die Verwaltungseinträge

Der NS-Record nennt die Nameserver, die für eine Zone zuständig sind. Sie sehen ihn an der Zonenspitze; zusätzlich ist er in der übergeordneten Zone hinterlegt, wo er die Delegation bildet. Mit NS-Records können Sie auch eine Subdomain an andere Nameserver delegieren.

Der SOA-Record (Start of Authority) ist der Kopfeintrag jeder Zone. Er enthält den primären Nameserver, eine Kontaktadresse, eine Seriennummer und Zeitwerte für sekundäre Server. Bei gehosteten DNS-Diensten verwaltet der Anbieter ihn meist automatisch. Mehr zur Rolle der Nameserver erklärt der Ratgeber Was ist ein Nameserver?.

Weitere Eintragstypen

Typ Funktion Wann Sie ihn brauchen
CAA Erlaubt bestimmten Zertifizierungsstellen die Ausstellung Wenn Sie die Zertifikatsausstellung einschränken möchten
SRV Nennt Server und Port für einen Dienst Für manche Telefonie-, Chat- oder Groupware-Dienste und die automatische Mail-Konfiguration
PTR Ordnet einer IP-Adresse einen Namen zu (Reverse DNS) Für eigene Mailserver; wird beim Inhaber der IP-Adresse gesetzt, nicht in Ihrer Zone
HTTPS / SVCB Liefert Verbindungsinformationen für moderne Protokolle Wird von manchen DNS-Diensten automatisch gesetzt
DS Verknüpft die DNSSEC-Schlüssel mit der übergeordneten Zone Nur bei signierten Zonen, Eintrag erfolgt beim Registrar

TTL richtig wählen

Die TTL entscheidet, wie schnell Änderungen sichtbar werden. Bewährt hat sich:

  • Im Normalbetrieb: eine bis mehrere Stunden, das entlastet Nameserver und beschleunigt Abrufe aus dem Cache.
  • Vor geplanten Änderungen: rechtzeitig, mindestens eine alte TTL-Dauer vorher, auf wenige Minuten senken.
  • Nach der Änderung: wieder erhöhen, sobald alles stabil läuft.

Eine gesenkte TTL wirkt erst, wenn die bisherige, längere TTL abgelaufen ist. Wer am Umzugstag die TTL senkt und sofort umstellt, gewinnt nichts.

Beispiel: eine typische Zone für Website und E-Mail

So könnte die Zone einer kleinen Unternehmenswebsite aussehen, deren Website bei einem Webhoster und deren E-Mail bei einem separaten Mail-Anbieter liegt:

Name Typ Wert Zweck
@ A 203.0.113.10 Hauptdomain auf den Webserver
@ AAAA 2001:db8::10 Hauptdomain per IPv6
www CNAME ihre-domain.de. www als Alias der Hauptdomain
@ MX 10 mx1.mailanbieter.example. Primärer Mailserver
@ MX 20 mx2.mailanbieter.example. Ausweich-Mailserver
@ TXT v=spf1 include:_spf.mailanbieter.example -all SPF
mail._domainkey CNAME mail.dkim.mailanbieter.example. DKIM-Schlüssel des Mail-Anbieters
_dmarc TXT v=DMARC1; p=quarantine; rua=mailto:dmarc@ihre-domain.de DMARC-Richtlinie
@ CAA 0 issue "letsencrypt.org" Nur diese Zertifizierungsstelle erlaubt

Wechseln Sie später den Webhoster, ändern Sie nur die A- und AAAA-Records. Wechseln Sie den Mail-Anbieter, betrifft das MX, SPF und DKIM. Die übrigen Einträge bleiben unberührt. Genau diese Trennung macht eine sauber gepflegte Zone so wertvoll.

Einträge prüfen

Ob ein Eintrag beim Nameserver angekommen ist, sehen Sie mit einer direkten Abfrage:

dig ihre-domain.de A +short
dig ihre-domain.de MX +short
dig _dmarc.ihre-domain.de TXT +short
dig @ns1.anbieter.example www.ihre-domain.de A

Unter Windows nutzen Sie nslookup -type=MX ihre-domain.de. Die letzte dig-Zeile fragt einen bestimmten Nameserver direkt und umgeht damit zwischengespeicherte Antworten.

Häufige Fehler auf einen Blick

  • CNAME neben anderen Einträgen oder an der Zonenspitze gesetzt
  • Veralteter AAAA-Record nach Serverwechsel vergessen
  • Zwei SPF-Einträge statt einem zusammengeführten
  • MX-Record zeigt auf einen CNAME oder eine IP-Adresse
  • Vollständiger Name in ein Feld eingetragen, das nur den Host erwartet
  • TTL erst am Umzugstag gesenkt

Weitere Begriffe wie Resolver, Zone oder Delegation erklärt das Glossar.

Ein praktischer Tipp zum Schluss: Exportieren Sie Ihre Zone nach jeder größeren Änderung als Datei und legen Sie sie zu Ihren Unterlagen. Bei einem Anbieterwechsel, einem versehentlich gelöschten Eintrag oder einem Streit mit einem Dienstleister haben Sie damit jederzeit den letzten funktionierenden Stand zur Hand.

Fazit

Mit A, AAAA, CNAME, MX und TXT decken Sie fast alles ab, was eine normale Website und E-Mail brauchen. Wer die Regeln für CNAME kennt, MX-Prioritäten versteht und TTL-Werte vorausschauend setzt, vermeidet die meisten Ausfälle bei Umzügen und neuen Diensten.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Wann nehme ich einen A-Record und wann einen CNAME?
Einen A-Record nutzen Sie, wenn Sie die IP-Adresse des Servers kennen und sie selten wechselt. Einen CNAME nutzen Sie, wenn ein Dienst Ihnen einen Zielnamen vorgibt, etwa für einen Shop, ein CDN oder eine Landingpage-Plattform. Ändert der Dienst seine IP-Adressen, müssen Sie beim CNAME nichts anpassen.
Kann ich für die Hauptdomain ohne www einen CNAME setzen?
Nach dem DNS-Standard nicht, weil an der Zonenspitze bereits NS- und SOA-Einträge stehen und ein CNAME keine anderen Einträge neben sich duldet. Manche DNS-Anbieter bieten dafür eigene Lösungen an, oft als ALIAS, ANAME oder CNAME-Flattening bezeichnet. Sie lösen den Zielnamen im Hintergrund auf und liefern eine IP-Adresse aus.
Was bedeutet die Zahl vor dem Mailserver im MX-Record?
Das ist die Priorität. Absendende Server versuchen zuerst den Mailserver mit der niedrigsten Zahl. Ist er nicht erreichbar, weichen sie auf den nächsthöheren Wert aus. Haben mehrere Einträge dieselbe Zahl, wird die Last zwischen ihnen verteilt.
Warum zeigt meine Domain nach einer Änderung noch die alte Website?
Wahrscheinlich ist die alte Antwort noch zwischengespeichert, in Ihrem Browser, im Betriebssystem oder beim Resolver Ihres Internetanbieters. Wie lange, bestimmt die TTL des Eintrags. Fragen Sie den zuständigen Nameserver direkt ab, um zu sehen, ob die Änderung dort angekommen ist.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion HostingAS. Hinweise auf Fehler oder veraltete Angaben nehmen wir gern über das Kontaktformular entgegen.