Was ist ein Nameserver? DNS-Grundlagen für Website-Betreiber
Wie aus einem Domainnamen eine IP-Adresse wird: autoritative Nameserver, Resolver, Delegation und was beim Wechsel der Nameserver zu beachten ist.
Ein Nameserver ist der Server, der im Internet verbindlich Auskunft über eine Domain gibt: zu welcher IP-Adresse die Website gehört, welcher Server E-Mails annimmt und welche weiteren Dienste die Domain nutzt. Jede registrierte Domain hat mindestens zwei solcher Nameserver. Wer sie betreibt, ist der Ort, an dem Sie die DNS-Einträge Ihrer Domain pflegen. Wie Domain, DNS und Hosting insgesamt zusammenhängen, zeigt der Bereich Domain und Webhosting.
Das DNS in einem Bild
Computer finden sich im Internet über IP-Adressen wie 203.0.113.10 oder 2001:db8::10. Menschen merken sich Namen wie ihre-domain.de. Das Domain Name System (DNS) übersetzt das eine in das andere. Es ist kein einzelnes Verzeichnis, sondern eine weltweit verteilte, hierarchische Datenbank:
| Ebene | Zuständig für | Beispiel |
|---|---|---|
| Root-Zone | Verweist auf die Server der Domainendungen | . |
| Top-Level-Domain | Verweist auf die Nameserver der einzelnen Domains | .de, .eu, .com |
| Domain | Enthält die eigentlichen Einträge Ihrer Domain | ihre-domain.de |
| Subdomain | Optional eigene Einträge oder eigene Delegation | shop.ihre-domain.de |
Jede Ebene kennt nur die nächste. Die Server der Endung .de wissen nicht, welche IP-Adresse Ihre Website hat. Sie wissen aber, welche Nameserver für Ihre Domain zuständig sind. Diesen Verweis nennt man Delegation.
Autoritative Nameserver und Resolver
Im DNS gibt es zwei Rollen, die oft verwechselt werden:
- Autoritative Nameserver halten die Originaldaten einer Domain und geben verbindliche Antworten. Das sind die Nameserver, die Sie bei Ihrer Domain eintragen.
- Rekursive Resolver fragen im Auftrag eines Geräts nach, sammeln die Antworten und speichern sie zwischen. Sie werden meist vom Internetanbieter, vom Firmennetz oder von öffentlichen DNS-Diensten betrieben.
Wenn Sie in diesem Ratgeber oder bei Ihrem Hoster von „Nameservern ändern“ lesen, geht es immer um die autoritativen Nameserver Ihrer Domain.
So läuft eine DNS-Anfrage ab
Wenn jemand www.ihre-domain.de im Browser aufruft, passiert vereinfacht Folgendes:
- Der Browser fragt den Resolver, welche IP-Adresse zu
www.ihre-domain.degehört. - Hat der Resolver die Antwort nicht zwischengespeichert, fragt er einen Root-Server nach der Zuständigkeit für
.de. - Der Root-Server verweist auf die Nameserver der Endung
.de. - Diese verweisen auf die autoritativen Nameserver von
ihre-domain.de. - Der autoritative Nameserver liefert den A- oder AAAA-Record für
www. - Der Resolver gibt die IP-Adresse an den Browser zurück und speichert sie für die Dauer der TTL.
Der ganze Ablauf dauert meist nur Millisekunden. Weil Resolver Antworten zwischenspeichern, wirken Änderungen nicht sofort überall, sondern erst nach Ablauf der jeweiligen TTL.
Wo Ihre Nameserver liegen können
Für die Verwaltung Ihrer DNS-Einträge gibt es drei übliche Varianten:
| Variante | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Nameserver beim Domainanbieter | Einfach, alles an einer Stelle | Funktionsumfang oft begrenzt |
| Nameserver beim Hoster | Hoster setzt Einträge für Website und Mail automatisch | Beim Hosting-Wechsel muss DNS mit umziehen |
| Externer DNS-Dienst | Viele Eintragstypen, Schnittstellen, schnelle Änderungen | Ein weiterer Dienst, den Sie verwalten |
Keine Variante ist grundsätzlich besser. Wer häufig Dienste wechselt oder mehrere Anbieter kombiniert, profitiert von einem unabhängigen DNS-Dienst. Wer nur eine Website und Postfächer beim selben Hoster betreibt, fährt mit dessen Nameservern meist am einfachsten.
Nameserver ändern: der sichere Ablauf
Ein Wechsel der Nameserver ist einer der heikelsten Schritte bei einem Umzug, weil für eine Übergangszeit beide Nameserver-Sätze gefragt werden. So vermeiden Sie Ausfälle:
- Bestehende Einträge dokumentieren: Exportieren Sie die Zone oder notieren Sie alle Einträge, auch selten genutzte wie TXT-Records für Domain-Nachweise, DKIM-Schlüssel oder SRV-Records.
- Neue Zone vorbereiten: Legen Sie beim neuen Anbieter alle Einträge an, bevor Sie umstellen.
- Antworten vergleichen: Fragen Sie die neuen Nameserver direkt ab, etwa mit
dig @ns1.neuer-anbieter.example ihre-domain.de A, und vergleichen Sie die Ergebnisse mit den alten. - Nameserver beim Domainanbieter eintragen: Erst jetzt ändern Sie die Nameserver in der Domainverwaltung.
- Alte Zone nicht sofort löschen: Lassen Sie die alten Nameserver noch einige Tage mit unveränderten Einträgen laufen.
- Website, E-Mail und Zertifikate prüfen: Testen Sie Erreichbarkeit, Mailempfang und -versand sowie die Erneuerung des SSL-Zertifikats.
Bei einigen Endungen prüft die Vergabestelle vor der Delegation, ob die neuen Nameserver korrekt für die Domain antworten. Ist die Zone dort noch nicht angelegt, wird die Änderung abgelehnt. Wenn Sie zusätzlich das Hosting wechseln, finden Sie den vollständigen Ablauf im Bereich Hosting-Umzug.
Typische Fehler
- Unvollständige Zone: Der MX-Record oder ein TXT-Eintrag fehlt beim neuen Anbieter. Die Website läuft, aber E-Mails kommen nicht mehr an oder landen im Spam.
- Nameserver und Domain-Transfer verwechselt: Ein Wechsel der Nameserver verschiebt nicht die Domain zu einem anderen Registrar. Das ist ein eigener Vorgang mit Auth-Code, beschrieben im Ratgeber Domain umziehen.
- DNSSEC nicht beachtet: Ist die Domain mit DNSSEC signiert und Sie wechseln die Nameserver, ohne die Schlüssel anzupassen oder DNSSEC vorher zu deaktivieren, können validierende Resolver die Domain nicht mehr auflösen.
- Alte Nameserver zu früh abgeschaltet: Resolver mit zwischengespeicherter Delegation fragen noch die alten Server. Sind diese leer, ist die Domain für einen Teil der Nutzer nicht erreichbar.
Nameserver einer Domain herausfinden
Welche Nameserver aktuell für eine Domain zuständig sind, finden Sie mit Bordmitteln heraus:
- macOS und Linux:
dig NS ihre-domain.de +short - Windows:
nslookup -type=NS ihre-domain.de - Webbasiert: Zahlreiche DNS-Prüfwerkzeuge im Browser zeigen NS-Einträge und vergleichen die Antworten mehrerer Nameserver.
Eine Whois-Abfrage bei der Vergabestelle zeigt je nach Endung ebenfalls die eingetragenen Nameserver an. Liefern die Nameserver aus der Domainverwaltung und die tatsächlich antwortenden Server unterschiedliche Ergebnisse, ist das ein Hinweis auf einen unvollständigen Wechsel oder eine veraltete Zone, die Sie bereinigen sollten.
Woran Sie gute Nameserver erkennen
Für die meisten Website-Betreiber spielt die Qualität der Nameserver keine sichtbare Rolle, solange alles funktioniert. Bei der Wahl eines DNS-Anbieters lohnt trotzdem ein Blick auf einige Merkmale:
- Verteilung: Die Nameserver sollten in unterschiedlichen Netzen und Standorten stehen. Viele größere DNS-Dienste nutzen Anycast, bei dem dieselbe Adresse an vielen Orten weltweit erreichbar ist und Anfragen beim nächstgelegenen Standort landen.
- Eintragstypen: Der Anbieter sollte alle Typen unterstützen, die Sie brauchen, also neben A, AAAA, CNAME, MX und TXT auch CAA und SRV.
- DNSSEC: Eine einfache Möglichkeit, die Zone zu signieren, schützt vor manipulierten Antworten.
- Schnittstelle: Eine Programmierschnittstelle erleichtert automatische Abläufe, etwa die DNS-Prüfung für Wildcard-Zertifikate.
- Zugangsschutz: Zwei-Faktor-Anmeldung für das Kundenkonto ist Pflicht, denn wer Ihre DNS-Einträge ändern kann, kann Website und E-Mail umleiten.
- Export: Sie sollten Ihre Zone jederzeit als Datei exportieren können, damit ein späterer Wechsel einfach bleibt.
Begriffe rund um Nameserver
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Zone | Die Gesamtheit der DNS-Einträge einer Domain auf einem Nameserver |
| SOA-Record | Kopfeintrag der Zone mit primärem Nameserver, Seriennummer und Zeitwerten |
| NS-Record | Nennt die Nameserver einer Zone |
| Glue-Record | IP-Adresse eines Nameservers, der innerhalb der eigenen Domain liegt |
| Primärer und sekundärer Nameserver | Ein Server hält die Originalzone, weitere übernehmen Kopien |
| TTL | Dauer in Sekunden, die Resolver eine Antwort zwischenspeichern dürfen |
| DNSSEC | Signatur der DNS-Antworten gegen Manipulation |
Weitere Fachbegriffe erklärt das Glossar. Die einzelnen Eintragstypen von A bis TXT beschreibt der Ratgeber zu den DNS-Einträgen.
Fazit
Nameserver sind das Telefonbuch Ihrer Domain. Wer sie betreibt, kontrolliert, wohin Website und E-Mail zeigen. Für den Alltag genügt es zu wissen, wo Ihre Nameserver liegen und wo Sie Einträge ändern. Bei einem Wechsel zählt vor allem Sorgfalt: vollständige Zone vorbereiten, Antworten vergleichen, erst dann umstellen und die alten Server nicht zu früh abschalten.
Fragen und Antworten
- Was ist der Unterschied zwischen Nameserver und DNS-Eintrag?
- Der Nameserver ist der Server, der antwortet. Die DNS-Einträge sind die Antworten, die er gibt, zum Beispiel ein A-Record mit einer IP-Adresse oder ein MX-Record mit dem Mailserver. Sie pflegen die Einträge dort, wo die Nameserver Ihrer Domain liegen.
- Warum braucht eine Domain mindestens zwei Nameserver?
- Zur Ausfallsicherheit. Fällt ein Nameserver aus, beantwortet der andere die Anfragen. Viele Vergabestellen schreiben deshalb mindestens zwei Nameserver vor, idealerweise in unterschiedlichen Netzen.
- Wie lange dauert es, bis neue Nameserver wirken?
- Das hängt davon ab, wie lange die bisherige Delegation in Resolvern zwischengespeichert wird. Häufig sind die neuen Nameserver nach wenigen Stunden bei den meisten Nutzern aktiv, in Einzelfällen kann es bis zu ein oder zwei Tage dauern. Bis dahin sollten alte und neue Nameserver dieselben Einträge liefern.
- Kann ich eigene Nameserver unter meiner Domain betreiben?
- Ja, etwa ns1.ihre-domain.de. Weil der Nameserver dann innerhalb der Domain liegt, die er verwaltet, muss seine IP-Adresse zusätzlich als sogenannter Glue-Record in der übergeordneten Zone hinterlegt werden. Für die meisten Websites ist das unnötiger Aufwand.
Weiterlesen
- Glossar
Die wichtigsten Begriffe rund um Webhosting, Domains, DNS, Server und Sicherheit in jeweils wenigen Sätzen erklärt.
- Hosting-Umzug
Website, Datenbank, E-Mail und Domain zum neuen Hoster bringen, ohne dass Besucher oder Postfächer etwas davon merken. Mit Zeitplan und Checkliste.
- DNS-Einträge
Alle wichtigen DNS-Eintragstypen mit Beispielen: wann A-Record und wann CNAME, wie MX-Prioritäten funktionieren und wofür TXT, CAA und SRV gebraucht werden.
- Domain umziehen
Domain-Transfer Schritt für Schritt: Auth-Code anfordern, DNS vorbereiten, Transfer starten und typische Stolperfallen wie Transfersperren und falsche Inhaberdaten vermeiden.
Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion HostingAS. Hinweise auf Fehler oder veraltete Angaben nehmen wir gern über das Kontaktformular entgegen.