Ratgeber

CMS-Hosting: Joomla, TYPO3 und Drupal richtig hosten

Was Joomla, TYPO3 und Drupal vom Server brauchen, wann Shared Hosting reicht und warum SSH und Composer bei modernen CMS fast Pflicht sind.

WordPress dominiert die Statistiken, doch viele Websites laufen mit anderen Content-Management-Systemen. Joomla ist bei Vereinen, Verbänden und kleineren Unternehmen verbreitet, TYPO3 ist im deutschsprachigen Raum ein Standard für größere Unternehmens-, Hochschul- und Behördenauftritte, und Drupal wird für komplexe, stark strukturierte Websites eingesetzt. Alle drei sind Open Source und laufen auf PHP. Beim Hosting gibt es trotzdem Unterschiede, die Sie kennen sollten.

Gemeinsame Grundanforderungen

Komponente Joomla TYPO3 Drupal
Sprache PHP PHP PHP
Datenbank MySQL, MariaDB, PostgreSQL MySQL, MariaDB, PostgreSQL, SQLite MySQL, MariaDB, PostgreSQL, SQLite
Installation Paket oder Ein-Klick Composer empfohlen Composer empfohlen
Typische Zielgruppe Vereine, kleine und mittlere Unternehmen Unternehmen, Hochschulen, Verwaltung Komplexe Portale, Organisationen
Shared Hosting geeignet Ja Für kleine Instanzen, mit SSH Für kleine Instanzen, mit SSH

Die genauen Mindestversionen für PHP und Datenbank ändern sich mit jeder Hauptversion des CMS. Maßgeblich sind die Systemanforderungen in der offiziellen Dokumentation des jeweiligen Projekts. Ein guter Hoster bietet mehrere PHP-Versionen parallel an, damit Sie Updates schrittweise vornehmen können.

Joomla-Hosting

Joomla ist vergleichsweise genügsam und eignet sich gut für klassisches Shared Hosting. Worauf Sie achten sollten:

  • PHP-Version wählbar: Joomla-Hauptversionen setzen jeweils neuere PHP-Versionen voraus. Der Hoster sollte die passende Version pro Domain zulassen.
  • Erweiterungen: Viele Joomla-Seiten hängen an Komponenten von Drittanbietern. Deren Kompatibilität bestimmt oft, wann Sie PHP oder Joomla aktualisieren können.
  • Caching: Joomla bringt einen eigenen Seitencache mit. Zusammen mit OPcache auf Serverebene reicht das für die meisten Seiten.
  • Suchmaschinenfreundliche URLs: Benötigen die Umschreibung von Adressen über den Webserver, bei Apache über eine .htaccess-Datei. Das muss der Hoster erlauben.

Für die meisten Joomla-Websites ist deshalb kein spezieller Tarif nötig, wohl aber ein Hoster, der aktuelle PHP-Versionen schnell bereitstellt und ältere nicht über Nacht abschaltet.

TYPO3-Hosting

TYPO3 ist auf größere, redaktionell gepflegte Websites ausgelegt. Daraus ergeben sich höhere Anforderungen:

  • SSH und Composer: Moderne TYPO3-Projekte werden über Composer verwaltet. Ohne Kommandozeile sind Updates mühsam.
  • Bildverarbeitung: TYPO3 erzeugt Bildvarianten serverseitig und braucht dafür ImageMagick oder GraphicsMagick.
  • Speicherlimit und Laufzeit: Das Backend und der Cache-Aufbau großer Seitenbäume brauchen mehr Arbeitsspeicher und längere maximale Ausführungszeiten als ein kleiner Blog.
  • Scheduler: Hintergrundaufgaben laufen über einen Cronjob, den Sie im Kundenmenü einrichten können sollten.
  • Deployment: Viele TYPO3-Projekte werden aus einem Git-Repository ausgerollt. Hoster mit Git-Anbindung oder Deployment-Werkzeugen sparen Arbeit.

Für größere TYPO3-Installationen sind spezialisierte Managed-Tarife oder ein VPS verbreitet. Die Vor- und Nachteile beschreibt VPS und eigene Server.

Drupal-Hosting

Drupal ähnelt bei den Anforderungen TYPO3: Composer-basierte Installation, SSH-Zugang, Cronjobs und genug Arbeitsspeicher für Module und Cache-Aufbau. Hinzu kommen häufig:

  • Kommandozeilenwerkzeug Drush für Updates, Cache-Leerung und Konfigurationsimport,
  • getrennte Umgebungen für Entwicklung, Test und Produktion, weil Drupal-Konfiguration als Dateien exportiert und versioniert wird,
  • Objektcache mit Redis oder Memcached für größere Seiten.

Caching und Leistung

Alle drei Systeme profitieren von OPcache auf dem Server, einem Seitencache und einem schnellen Datenbankserver. Bei viel Traffic lohnt ein Reverse Proxy oder ein CDN für statische Dateien. Mehr zu Leistungskriterien finden Sie im Hosting-Vergleich.

Updates und Lebenszyklus

Jedes der drei Projekte unterstützt seine Hauptversionen nur für einen begrenzten Zeitraum mit Sicherheitsupdates. Läuft eine Version aus, sollten Sie rechtzeitig migrieren. Dafür brauchen Sie:

  1. ein aktuelles Backup von Dateien und Datenbank,
  2. eine Staging-Kopie auf demselben oder einem gleichwertigen Server,
  3. eine Liste aller Erweiterungen mit ihrem Kompatibilitätsstand,
  4. einen Zeitplan, der auch die PHP-Version berücksichtigt.

Viele Hoster zeigen im Kundenmenü an, welche PHP-Versionen demnächst abgeschaltet werden. Nehmen Sie diese Hinweise ernst, denn ein erzwungener Wechsel kann ältere Erweiterungen lahmlegen.

Sicherheit

Wie bei WordPress entstehen die meisten Probleme durch veraltete Erweiterungen und schwache Zugangsdaten. Schützen Sie Backend-Zugänge mit starken Passwörtern und, wo verfügbar, Zwei-Faktor-Anmeldung, und löschen Sie nicht genutzte Erweiterungen. Die vollständige Liste steht unter Hosting-Sicherheit.

Welcher Tarif passt?

Projekt Empfehlung
Joomla-Vereinsseite oder kleine Firmenseite Shared Hosting mit wählbarer PHP-Version
Kleine TYPO3- oder Drupal-Seite Shared oder Managed Hosting mit SSH, Composer und Cronjobs
Großes TYPO3- oder Drupal-Projekt mit mehreren Redakteuren Managed Server oder VPS, getrennte Staging-Umgebung, Git-Deployment

Wer mehrere Systeme nebeneinander betreibt, etwa eine Joomla-Seite und einen WordPress-Blog, findet die WordPress-spezifischen Punkte unter WordPress-Hosting.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Kann ich Joomla auf einem normalen Webhosting betreiben?
Ja. Joomla läuft auf praktisch jedem Webhosting mit aktueller PHP-Version und MySQL oder MariaDB. Viele Hoster bieten eine Installation per Klick. Prüfen Sie vor großen Versionssprüngen, ob Ihre Erweiterungen und Templates kompatibel sind.
Warum braucht TYPO3 SSH-Zugang?
Moderne TYPO3-Versionen werden in der Regel mit Composer installiert, aktualisiert und um Erweiterungen ergänzt. Composer läuft auf der Kommandozeile, also per SSH. Ohne SSH sind Sie auf Umwege angewiesen, die Updates erschweren.
Ist Drupal für kleine Websites zu groß?
Drupal spielt seine Stärken bei komplexen Inhaltsstrukturen, Rechten und Mehrsprachigkeit aus. Für eine einfache Visitenkartenseite ist es oft mehr als nötig. Das Hosting ist dabei weniger das Problem als der Pflegeaufwand.
Wie oft sollte ich mein CMS aktualisieren?
Sicherheitsupdates so schnell wie möglich, idealerweise innerhalb weniger Tage nach Veröffentlichung. Größere Versionssprünge planen Sie mit Staging-Kopie und Backup, weil Erweiterungen angepasst werden müssen.

Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026 von der Redaktion HostingAS. Hinweise auf Fehler oder veraltete Angaben nehmen wir gern über das Kontaktformular entgegen.