Webhosting-Ratgeber

Webspace: Wie viel Speicherplatz braucht meine Website?

Richtwerte für typische Projekte, die versteckten Speicherfresser und warum Dateianzahl und Postfächer oft früher zum Problem werden als die Gigabyte-Zahl.

Die meisten kleinen und mittleren Websites brauchen nur wenige Gigabyte Webspace: Eine Visitenkarte oder ein Blog mit optimierten Bildern kommt oft mit weniger als ein bis zwei Gigabyte aus, ein Shop mit großem Katalog benötigt mehr. Viel wichtiger als die Größe des CMS sind Medien, Backups, Caches, Logdateien und E-Mail-Postfächer, die häufig vom selben Kontingent abgehen. Dieser Artikel aus dem Webhosting-Ratgeber hilft Ihnen, den Bedarf realistisch abzuschätzen.

Was ist Webspace?

Webspace ist der Speicherplatz auf dem Server Ihres Hosters, auf dem die Dateien Ihrer Website liegen. Je nach Tarif zählen dazu auch Datenbanken, E-Mail-Postfächer, Logdateien und Sicherungen. Moderne Tarife nutzen meist SSD-Speicher, oft in der schnelleren NVMe-Bauweise. Die Speicherart beeinflusst die Geschwindigkeit, die Größe des Kontingents dagegen nur, wie viel Sie ablegen können.

Richtwerte nach Projekt

Die folgenden Werte sind grobe Orientierungen für den Bedarf an Dateispeicher, ohne Postfächer. Ihr tatsächlicher Verbrauch hängt vor allem von Zahl und Größe der Medien ab.

Projekt Typischer Bedarf Was ihn treibt
Statische Visitenkarte deutlich unter 1 GB Bilder, Schriften
CMS-Website mit wenigen Seiten bis etwa 1 bis 2 GB CMS, Theme, Plugins, Bilder
Blog oder Ratgeber mit vielen Artikeln etwa 2 bis 10 GB Bilder in mehreren Größen
Onlineshop etwa 5 bis 25 GB und mehr Produktbilder, Varianten, Caches, Logs
Fotoportfolio, Medienseite 10 GB bis weit darüber hochauflösende Bilder, Downloads
Mehrere Websites in einem Tarif Summe aller Projekte plus Puffer jede Installation bringt eigene Dateien mit

Der Kern eines CMS wie WordPress, Joomla oder TYPO3 macht davon nur einen kleinen Teil aus, typischerweise einige Dutzend bis wenige hundert Megabyte inklusive Erweiterungen. Der Rest sind Inhalte und Nebenprodukte des Betriebs.

Die versteckten Speicherfresser

Bilder in vielen Größen

Ein CMS legt beim Hochladen meist mehrere verkleinerte Varianten an, etwa für Vorschaubilder, Kacheln und mobile Ansichten. Ein Foto wird so zu fünf oder zehn Dateien. Wer Bilder direkt aus der Kamera hochlädt, vervielfacht den Verbrauch zusätzlich. Bilder vor dem Hochladen auf eine sinnvolle Breite zu bringen und moderne Formate wie WebP oder AVIF zu nutzen, spart Speicher und verbessert die Ladezeit.

Backups auf dem Webspace

Backup-Plugins speichern Sicherungen gern im eigenen Hosting-Konto. Nach einigen Wochen liegen dort Dutzende vollständige Kopien der Website. Das belegt viel Speicher und schützt im Ernstfall nicht, weil die Kopien am selben Ort wie das Original liegen. Besser: Sicherungen extern ablegen, wie im Artikel Website-Backup beschrieben.

Caches und temporäre Dateien

Seitencaches, Bildoptimierer und Shop-Systeme legen Zwischendateien an, die mit der Zeit stark wachsen können. Meist lassen sie sich gefahrlos leeren, sie werden bei Bedarf neu erzeugt.

Logdateien

Server- und Fehlerprotokolle wachsen bei viel Traffic, Bot-Zugriffen oder wiederkehrenden PHP-Warnungen. Bei Hostern werden sie oft automatisch rotiert, bei eigenen Logs von Plugins nicht immer.

Alte Installationen und Testkopien

Verwaiste Testinstallationen, alte Kopien nach einem Relaunch oder entpackte Archive belegen nicht nur Speicher, sie sind auch ein Sicherheitsrisiko, weil sie selten aktualisiert werden.

Videos

Videos sind die größten Dateien auf einer Website. Für die meisten Projekte ist ein spezialisierter Videodienst die bessere Wahl als der eigene Webspace, auch wegen Datenvolumen und Wiedergabequalität. Beachten Sie bei eingebetteten Diensten den Datenschutz.

E-Mail-Postfächer nicht vergessen

Bei vielen Tarifen teilen sich Website und Postfächer ein gemeinsames Kontingent, oder jedes Postfach hat eine eigene Obergrenze. Postfächer mit jahrelangen Anhängen erreichen schnell mehrere Gigabyte, oft mehr als die Website. Ist ein Postfach voll, werden neue Nachrichten abgewiesen. Prüfen Sie deshalb:

  • ob Postfächer vom Webspace abgehen oder getrennt berechnet werden,
  • wie groß ein einzelnes Postfach maximal sein darf,
  • ob alte Nachrichten archiviert werden können, ohne das Postfach zu belasten.

Neben Gigabyte: Inodes und Datenbankgröße

Viele Hoster begrenzen nicht nur den Speicherplatz, sondern auch die Zahl der Dateien und Ordner, technisch Inodes genannt. Ein Shop mit Caches oder ein CMS mit vielen Bildvarianten kann dieses Limit erreichen, lange bevor die Gigabyte-Grenze erreicht ist. Auch Datenbanken haben bei manchen Tarifen eigene Größengrenzen. Achten Sie in der Leistungsbeschreibung auf beide Angaben.

Beispielrechnung für einen Blog

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel zeigt, wie stark die Bildgröße den Bedarf bestimmt. Angenommen sei ein Blog mit 300 Beiträgen und je drei Bildern, also 900 Originalbildern.

Annahme Optimierte Bilder Bilder direkt aus der Kamera
Größe pro Original etwa 300 KB etwa 4 MB
Zusätzliche Varianten pro Bild zusammen etwa 0,4 MB zusammen etwa 1 MB
Speicher für 900 Bilder rund 0,6 GB rund 4,5 GB
CMS, Theme, Plugins, Datenbank, Caches rund 0,5 GB rund 0,5 GB
Gesamt gut 1 GB rund 5 GB

Die Zahlen sind Annahmen zur Veranschaulichung, keine Messwerte. Sie zeigen aber das Muster: Derselbe Blog belegt mit unbearbeiteten Fotos ein Vielfaches an Speicher, ohne dass Besucher davon etwas haben. Kommen Backups auf dem Webspace hinzu, verdoppelt oder verdreifacht sich der Wert schnell.

So messen Sie Ihren aktuellen Verbrauch

  1. Kundenmenü des Hosters: zeigt meist Gesamtverbrauch sowie Anteile von Webspace, Datenbanken und Postfächern.
  2. Dateimanager oder SFTP-Programm: viele zeigen die Größe von Ordnern an. So finden Sie schnell den größten Verzeichnisbaum, oft den Upload- oder Backup-Ordner.
  3. Kommandozeile: mit SSH-Zugang listet du -sh * die Größe aller Ordner im aktuellen Verzeichnis.
  4. CMS-Werkzeuge: WordPress zeigt im Website-Zustand unter Informationen die Verzeichnis- und Datenbankgrößen an, sofern der Server das zulässt.

Wie viel Puffer sinnvoll ist

Planen Sie mindestens das Doppelte des heutigen Verbrauchs ein. So bleibt Platz für Wachstum, temporäre Dateien bei Updates und eine kurzfristige manuelle Sicherung vor größeren Änderungen. Ein Tarifwechsel innerhalb desselben Anbieters ist meist unkompliziert, deshalb müssen Sie nicht auf Jahre im Voraus kaufen. Speicherplatz ist selten der teure Teil eines Hosting-Tarifs, die Unterschiede liegen eher bei Leistung, Support und Zusatzleistungen. Mehr dazu unter Webhosting-Kosten.

Speicher sparen: die wirksamsten Maßnahmen

  • Bilder vor dem Hochladen verkleinern und in moderne Formate umwandeln
  • Nicht benötigte Bildgrößen im CMS abschalten
  • Backups extern statt auf dem Webspace speichern
  • Caches und temporäre Ordner regelmäßig leeren
  • Testinstallationen, alte Kopien und Archive löschen
  • Videos über einen Videodienst einbinden
  • Postfächer aufräumen oder archivieren

Checkliste Webspace

  • Aktuellen Verbrauch von Dateien, Datenbanken und Postfächern ermittelt
  • Größte Ordner identifiziert und Speicherfresser bereinigt
  • Tarifangaben zu Inodes, Datenbankgröße und Postfachgröße geprüft
  • Klar, ob E-Mail vom gemeinsamen Kontingent abgeht
  • Puffer von mindestens dem Doppelten des heutigen Verbrauchs eingeplant
  • Backups außerhalb des Webspace abgelegt
Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Reichen 10 GB Webspace für WordPress?
Für die meisten WordPress-Websites ja, oft mit großem Puffer. Eng wird es bei sehr vielen Bildern in hoher Auflösung, Videos auf dem eigenen Server, Backup-Plugins, die Sicherungen auf dem Webspace ablegen, oder wenn Postfächer vom selben Kontingent abgehen.
Zählen E-Mails zum Webspace?
Das hängt vom Tarif ab. Manche Anbieter rechnen Postfächer auf den gemeinsamen Speicher an, andere haben getrennte Kontingente je Postfach. Prüfen Sie die Leistungsbeschreibung, denn Postfächer mit jahrelangen Anhängen sind oft größer als die Website selbst.
Was passiert, wenn der Webspace voll ist?
Neue Dateien können nicht mehr gespeichert werden. Typische Folgen sind fehlgeschlagene Uploads und Updates, Fehler beim Schreiben von Caches oder Sitzungen und, wenn Postfächer betroffen sind, abgewiesene E-Mails. Manche Datenbanken melden Fehler beim Schreiben. Räumen Sie auf oder erweitern Sie den Tarif, bevor das Limit erreicht ist.
Was bedeutet unbegrenzter Webspace?
In der Praxis gelten fast immer Grenzen über Fair-Use-Regeln, eine maximale Zahl an Dateien oder Einschränkungen bei der Nutzung, etwa ein Verbot reiner Dateiablage. Konkrete Zahlen sind für die Planung hilfreicher als das Wort unbegrenzt.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion HostingAS. Hinweise auf Fehler oder veraltete Angaben nehmen wir gern über das Kontaktformular entgegen.