Shop-Hosting

Shopware 6 hosten: Systemanforderungen im Überblick

Welche Server-Voraussetzungen Shopware 6 mitbringt, welche Hintergrundprozesse laufen müssen und welche Hosting-Variante zu welcher Shopgröße passt.

Shopware 6 stellt höhere Anforderungen an das Hosting als ein typisches CMS: Sie brauchen eine aktuelle PHP-8-Version mit zahlreichen Erweiterungen, ein großzügiges Speicherlimit, MySQL 8 oder MariaDB, SSH mit Composer und vor allem die Möglichkeit, Hintergrundprozesse dauerhaft zu betreiben. Für größere Shops kommen Redis, ein HTTP-Cache und eine Suchmaschine wie OpenSearch dazu. Welche Rolle Shops im Hosting allgemein spielen, beschreibt der Ratgeber Shop-Hosting. Hier geht es um die konkreten Shopware-Anforderungen und wie Sie sie beim Hoster prüfen.

Die Systemanforderungen im Überblick

Shopware veröffentlicht die verbindlichen Mindestversionen in seiner Entwicklerdokumentation. Sie ändern sich mit neuen Hauptversionen, deshalb nennt diese Übersicht die Bausteine und Richtwerte, die Sie beim Hoster abfragen sollten.

Bereich Anforderung Worauf Sie achten sollten
PHP aktuelle PHP-8-Version laut Herstellerangabe Version im Control Panel selbst wählbar, CLI und Web mit derselben Version
PHP-Speicherlimit großzügig, laut Herstellerdokumentation mindestens 512 MB auch für die Kommandozeile, nicht nur für Webanfragen
PHP-Erweiterungen unter anderem intl, mbstring, gd, curl, zip, pdo_mysql, xml, fileinfo, openssl vollständige Liste in der Doku mit php -m abgleichen
Datenbank MySQL 8 oder MariaDB in der genannten Mindestversion ausreichend Speicher für Indizes, kein stark limitiertes Shared-MySQL
Webserver Apache mit mod_rewrite oder Nginx Document Root auf den Ordner public setzbar
Zugang SSH und Composer für Installation, Updates und Kommandos über bin/console
Node.js für das Bauen von Administration und Storefront Build auf dem Server oder in einer CI-Umgebung
Hintergrundprozesse Message Queue und geplante Aufgaben dauerhafte Worker oder Cronjobs ohne enge Laufzeitgrenzen
Optional Redis, OpenSearch, Reverse Proxy, Objektspeicher für Medien vor allem für größere Kataloge und Lastspitzen

PHP und Erweiterungen

Shopware baut auf dem Symfony-Framework auf und nutzt PHP intensiv. Wichtig ist, dass Webserver und Kommandozeile dieselbe PHP-Version verwenden. Auf manchen Hosting-Paketen ist die Version für Webanfragen umgestellt, auf der Kommandozeile läuft aber noch eine ältere. Dann scheitern Updates mit schwer verständlichen Fehlern. Prüfen Sie per SSH mit php -v und php -m, welche Version und Erweiterungen tatsächlich aktiv sind. OPcache sollte eingeschaltet und ausreichend groß bemessen sein, mehr dazu im Artikel HTTP/3, Brotli und OPcache.

Datenbank

Shopware verwendet MySQL oder MariaDB. Die Datenbank wird bei großen Katalogen mit vielen Varianten und Regeln stark beansprucht. Auf Shared Hosting teilen sich oft viele Kunden einen Datenbankserver mit begrenzten Ressourcen. Fragen Sie nach, wie viele gleichzeitige Verbindungen erlaubt sind und ob es Grenzen für Abfragezeiten gibt.

Hintergrundprozesse: Message Queue und geplante Aufgaben

Ein großer Teil der Arbeit in Shopware passiert asynchron: Produkte werden indexiert, Thumbnails erzeugt, E-Mails versendet und Importe verarbeitet. Diese Aufgaben landen in einer Warteschlange.

Im Auslieferungszustand arbeitet Shopware diese Warteschlange teilweise über den Browser ab, solange jemand im Administrationsbereich angemeldet ist. Für den Produktivbetrieb empfiehlt der Hersteller, diesen Mechanismus abzuschalten und stattdessen dauerhafte Worker auf dem Server laufen zu lassen, die mit bin/console messenger:consume die Nachrichten verarbeiten. Geplante Aufgaben, etwa das Bereinigen alter Daten, laufen ebenfalls über einen eigenen Prozess.

Für das Hosting heißt das:

  • Ein Prozessmanager wie systemd oder Supervisor muss verfügbar sein, oder der Hoster bietet eine eigene Worker-Funktion.
  • Alternativ müssen Cronjobs im Minutentakt ohne enge Laufzeitgrenze möglich sein.
  • Die Worker sollten nach einem Deployment neu gestartet werden, damit sie den aktuellen Code nutzen.

Fehlt diese Möglichkeit, kommt es zu verzögerten Bestellmails, veralteten Produktdaten im Storefront und überlaufenden Warteschlangen.

Caching und Leistung

Shopware bringt einen HTTP-Cache mit, der Seiten für nicht angemeldete Besucher zwischenspeichert. Für größere Shops gibt es weitere Stufen:

Baustein Wirkung Wann sinnvoll
Eingebauter HTTP-Cache speichert fertige Seiten zwischen immer aktivieren
Reverse Proxy, etwa Varnish liefert gecachte Seiten noch vor PHP aus bei viel Traffic und Lastspitzen
Redis hält Cache, Sitzungen und Warenkörbe im Arbeitsspeicher ab mittlerer Shopgröße, bei mehreren Servern
OpenSearch oder Elasticsearch übernimmt Suche und Filter bei großen Katalogen und komplexen Filtern
CDN oder Objektspeicher für Medien entlastet den Server bei Bildern bei vielen Produktbildern und internationaler Zielgruppe

Warenkorb, Kundenkonto und Checkout kommen nie aus dem Seitencache. Hier zeigt sich, ob genügend PHP-Prozesse und eine schnelle Datenbank bereitstehen.

Welche Hosting-Variante zu welcher Shopgröße passt

Shopgröße Typische Merkmale Passende Variante
Start wenige Hundert Artikel, geringer Traffic, wenige Erweiterungen spezialisierter Shop-Tarif mit SSH, Composer und Worker-Funktion
Wachstum Tausende Artikel, Varianten, Schnittstellen zu Warenwirtschaft und Marktplätzen VPS oder Managed Server mit Redis
Groß große Kataloge, hoher Traffic, Aktionen mit Lastspitzen mehrere Server oder Cluster, Reverse Proxy, OpenSearch, Objektspeicher

Die Grenzen sind fließend. Mehr als die Zahl der Artikel zählen die gleichzeitigen Besucher im Checkout, die Anzahl der Erweiterungen und die Schnittstellen. Wann der Schritt vom geteilten Tarif auf einen eigenen Server ansteht, beschreibt der Artikel Shared Hosting oder VPS. Die Servervarianten erklärt der Ratgeber Server-Hosting.

Updates und Deployment

Shopware erscheint in regelmäßigen Versionen, und Erweiterungen müssen zur jeweiligen Version passen. Planen Sie Updates bewusst:

  1. Kompatibilität aller Erweiterungen und des Themes mit der Zielversion prüfen.
  2. Update zuerst in einer Staging-Umgebung durchführen, mit einer Kopie der Live-Datenbank.
  3. Systemanforderungen der neuen Version mit dem Hosting abgleichen, besonders PHP und Datenbank.
  4. Vor dem Live-Update eine vollständige Sicherung von Dateien und Datenbank anlegen.
  5. Nach dem Update Caches leeren, Worker neu starten und einen Testkauf ohne echte Zahlung durchführen.

Ein Hoster, der Staging-Umgebungen und einfache Wiederherstellung anbietet, spart hier viel Zeit.

Häufige Fehler beim Shopware-Hosting

  • Document Root zeigt auf das Hauptverzeichnis: Dann sind Konfigurationsdateien unter Umständen öffentlich erreichbar. Der Webserver muss auf den Ordner public zeigen.
  • Produktionsmodus nicht gesetzt: Läuft der Shop im Entwicklungsmodus, sinkt die Leistung, und Fehlermeldungen verraten interne Details.
  • Queue nur über die Administration: Ohne dauerhafte Worker stauen sich Aufgaben, sobald niemand im Backend angemeldet ist.
  • Zu kleines Speicherlimit auf der Kommandozeile: Updates, Importe und das Leeren des Caches brechen ab, obwohl der Shop im Browser läuft.
  • Build auf zu schwachem Server: Das Bauen von Administration und Storefront braucht viel Arbeitsspeicher. Auf knappen Tarifen gehört der Build in eine CI-Umgebung, auf den Server kommt nur das Ergebnis.
  • Medien im lokalen Dateisystem bei mehreren Servern: Sobald mehr als ein Server den Shop ausliefert, müssen Bilder in einem gemeinsamen Speicher liegen.
  • Keine Staging-Umgebung: Updates direkt im Live-Shop sind die häufigste Ursache für ungeplante Ausfälle.

Checkliste vor der Hosting-Entscheidung

  • PHP-Version und Erweiterungen erfüllen die aktuelle Herstellerangabe, auch auf der Kommandozeile
  • PHP-Speicherlimit mindestens auf dem vom Hersteller geforderten Wert
  • MySQL 8 oder passende MariaDB mit ausreichend Ressourcen
  • SSH, Composer und Node.js für Build-Schritte verfügbar
  • Document Root auf den Ordner public einstellbar
  • Dauerhafte Worker oder minütliche Cronjobs für die Message Queue möglich
  • Redis und OpenSearch verfügbar oder nachrüstbar
  • Tägliche Backups, Staging-Umgebung und einfache Wiederherstellung
  • Serverstandort in der EU und Vertrag zur Auftragsverarbeitung
  • Möglichkeit, Ressourcen bei Wachstum kurzfristig aufzustocken
Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Läuft Shopware 6 auf normalem Shared Hosting?
Auf einfachem Shared Hosting oft nur eingeschränkt. Shopware braucht SSH, Composer, ein hohes PHP-Speicherlimit und Hintergrundprozesse. Viele günstige Tarife bieten das nicht oder begrenzen Laufzeiten stark. Spezialisierte Shop-Tarife einiger Hoster erfüllen die Anforderungen dagegen auch ohne eigenen Server.
Warum werden Aufträge und E-Mails in Shopware verzögert verarbeitet?
Häufig läuft die Message Queue nicht richtig. Shopware erledigt viele Aufgaben im Hintergrund, etwa das Indexieren von Produkten oder das Versenden von E-Mails. Werden diese Aufgaben nur über den Browser im Administrationsbereich abgearbeitet, stauen sie sich. Ein dauerhaft laufender Worker auf dem Server löst das in der Regel.
Braucht mein Shop OpenSearch oder Elasticsearch?
Für kleine und mittlere Kataloge reicht häufig die eingebaute Suche über die Datenbank. Bei vielen Artikeln, Varianten und Filtern entlastet eine separate Suchmaschine die Datenbank und liefert schnellere, bessere Ergebnisse. Klären Sie mit dem Hoster, ob OpenSearch angeboten wird und was es kostet.
Wo finde ich die aktuellen Systemanforderungen von Shopware?
In der offiziellen Entwicklerdokumentation von Shopware im Bereich Installation und Systemanforderungen. Die Mindestversionen von PHP, Datenbank und Node.js ändern sich mit neuen Shopware-Versionen. Prüfen Sie sie deshalb vor jedem größeren Update und vor einem Hosting-Wechsel.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion HostingAS. Hinweise auf Fehler oder veraltete Angaben nehmen wir gern über das Kontaktformular entgegen.