Hosting kündigen ohne Datenverlust: Checkliste
In welcher Reihenfolge Sie Daten sichern, die Domain klären und den Hosting-Vertrag kündigen, damit nach dem Vertragsende nichts verloren geht.
Eine Hosting-Kündigung ist schnell abgeschickt, die Folgen lassen sich danach aber oft nicht mehr rückgängig machen: Mit dem Vertragsende verschwinden in vielen Fällen Webspace, Datenbanken, Postfächer und, wenn sie im Paket enthalten war, auch die Domain. Die sichere Reihenfolge lautet deshalb: erst Bestandsaufnahme, dann vollständige Sicherung, dann Domain klären, dann kündigen und erst nach dem Vertragsende abschließend prüfen. Wenn Sie zu einem neuen Anbieter wechseln, finden Sie den technischen Ablauf im Ratgeber Hosting-Umzug. Diese Seite konzentriert sich auf das Beenden des alten Vertrags.
Schritt 1: Bestandsaufnahme im Kundenkonto
Bevor Sie etwas sichern, brauchen Sie einen vollständigen Überblick, was überhaupt zum Vertrag gehört. Hosting-Pakete enthalten häufig mehr, als man im Alltag wahrnimmt.
| Bestandteil | Wo Sie ihn finden | Häufig übersehen |
|---|---|---|
| Websites und Unterverzeichnisse | Dateimanager, FTP- oder SFTP-Zugang | Alte Testinstallationen, Subdomains |
| Datenbanken | Datenbankverwaltung im Kundenmenü | Datenbanken alter Projekte ohne aktive Website |
| E-Mail-Postfächer | E-Mail-Verwaltung | Weiterleitungen, Abwesenheitsnotizen, Sammelpostfächer |
| Domains | Domainverwaltung | Zusatzdomains, die nur weiterleiten |
| DNS-Einträge | DNS- oder Zoneneditor | TXT-Einträge zur Verifizierung von Diensten, Einträge für Mailversand |
| Zusatzleistungen | Vertragsübersicht | Kostenpflichtige Zertifikate, Speicherpakete, separate Verträge |
| Cronjobs und Skripte | Cronjob-Verwaltung | Automatische Exporte, Schnittstellen zu Shops oder Warenwirtschaft |
Notieren Sie außerdem, welche externen Dienste an diesem Hosting hängen: Newsletter-Tools, Zahlungsanbieter, Formularservices oder Analysewerkzeuge, die auf eine Domain oder einen Server verweisen.
Schritt 2: Alles außerhalb des Anbieters sichern
Die Sicherung ist der wichtigste Schritt. Sie muss vollständig sein und auf einem Speicher liegen, der nicht mit dem Hosting-Konto verschwindet.
Dateien
Laden Sie den gesamten Webspace per SFTP herunter oder erstellen Sie im Kundenmenü ein Archiv und laden es herunter. Achten Sie auf versteckte Dateien wie .htaccess und auf Upload-Ordner, die oft den größten Teil ausmachen.
Datenbanken
Exportieren Sie jede Datenbank als SQL-Datei, entweder über die Datenbankverwaltung im Kundenmenü oder per Kommandozeile. Öffnen Sie die Datei stichprobenartig: Eine leere oder abgebrochene Exportdatei fällt sonst erst auf, wenn es zu spät ist.
E-Mail-Postfächer
Postfächer sind fast nie Teil eines Website-Backups. Sichern Sie sie gesondert, etwa indem Sie die Konten per IMAP in einem Mailprogramm einrichten und die Ordner lokal exportieren, oder indem Sie die Inhalte direkt zum neuen Anbieter übertragen. Denken Sie auch an Kontakte, Kalender und Filterregeln, falls der Anbieter diese mitliefert. Geschäftliche E-Mails können steuer- und handelsrechtlichen Aufbewahrungspflichten unterliegen; eine Kündigung entbindet davon nicht.
DNS-Zone
Exportieren Sie die Zone oder machen Sie einen Screenshot aller Einträge. Besonders wichtig sind MX-Einträge für E-Mail, TXT-Einträge für SPF, DKIM und DMARC sowie Verifizierungseinträge von Diensten wie Suchmaschinen-Tools.
Zugangsdaten und Rechnungen
Speichern Sie Rechnungen, Vertragsunterlagen und, falls vorhanden, Lizenzschlüssel kostenpflichtiger Erweiterungen. Nach der Kündigung ist der Zugang zum Kundenkonto häufig eingeschränkt.
Prüfen Sie die Sicherung, bevor Sie weitermachen: Lässt sich das Archiv öffnen, ist die Datenbank vollständig, sind alle Postfächer da? Wie Sie eine Sicherung testen, beschreibt der Ratgeber Website-Backup.
Schritt 3: Die Domain klären
Bei der Domain passieren die folgenreichsten Fehler. Es gibt drei Wege:
| Option | Wann sinnvoll | Zu beachten |
|---|---|---|
| Domain umziehen | Sie wollen die Domain weiter nutzen | Auth-Code beim alten Anbieter anfordern, Umzug beim neuen Anbieter starten, Abschluss abwarten |
| Domain separat weiterlaufen lassen | Der Anbieter bietet reine Domainverträge an | Vertragsänderung schriftlich bestätigen lassen |
| Domain bewusst aufgeben | Projekt wird endgültig eingestellt | Nach Löschung kann die Domain jeder registrieren, auch für fremde Inhalte |
Starten Sie den Domainumzug, bevor Sie das Hosting kündigen, und warten Sie, bis er abgeschlossen ist. Wurde die Domain bereits mitgekündigt, lässt sie sich je nach Endung und Anbieter oft nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr übertragen. Hintergründe zu Auth-Code und Nameservern finden Sie unter Domain und Webhosting.
Ein zweiter Punkt wird häufig übersehen: Wird eine E-Mail-Adresse dieser Domain als Login für andere Konten genutzt, etwa bei Banken, Behörden, Marktplätzen oder Social-Media-Profilen, darf sie keinen Tag ausfallen. Sonst gehen Passwort-Zurücksetzungen und Sicherheitscodes ins Leere.
Schritt 4: Fristen und Form der Kündigung prüfen
Lesen Sie in den Vertragsunterlagen nach, wann die aktuelle Laufzeit endet und welche Kündigungsfrist gilt. Bei vielen Tarifen ist die Laufzeit an das Datum des Vertragsbeginns gebunden, nicht an das Kalenderjahr.
Für Verbraucher gelten in Deutschland gesetzliche Vorgaben: Bei Verträgen, die nach dem 1. März 2022 geschlossen wurden, darf sich ein Vertrag nach Ablauf der Mindestlaufzeit nur noch auf unbestimmte Zeit verlängern und ist dann mit einer Frist von höchstens einem Monat kündbar. Wurde der Vertrag online abgeschlossen, muss der Anbieter in der Regel eine Kündigungsschaltfläche bereitstellen. Für Geschäftskunden gilt vor allem das, was im Vertrag vereinbart ist.
Zur Form:
- Kündigen Sie über den vorgesehenen Weg, meist das Kundenmenü oder die Kündigungsschaltfläche.
- Geben Sie Kundennummer und Vertragsnummer an, bei mehreren Verträgen jeden einzeln.
- Legen Sie fest, ob Sie zum nächstmöglichen Termin oder zu einem bestimmten Datum kündigen.
- Speichern Sie die Eingangs- und Kündigungsbestätigung mit dem genannten Vertragsende.
Schritt 5: Übergangszeit nutzen
Kündigen Sie nicht zum frühestmöglichen Tag, wenn Sie umziehen. Ein paar Tage oder Wochen Überschneidung geben Ihnen Spielraum, falls am neuen Ort etwas fehlt. Prüfen Sie in dieser Zeit, ob Website, Formulare und E-Mail beim neuen Anbieter vollständig laufen und ob die DNS-Umstellung überall angekommen ist.
Schritt 6: Nach dem Vertragsende
- Website unter allen Varianten aufrufen, mit und ohne
www, per HTTPS. - Testmail an jedes Postfach senden und eine Antwort zurückschicken.
- Prüfen, ob noch Zugriffe auf den alten Server gehen, etwa durch fest eingetragene IP-Adressen.
- Lastschriftmandat oder hinterlegte Kreditkarte beim alten Anbieter kontrollieren.
- Letzte Rechnung prüfen, besonders auf anteilige Beträge für Zusatzleistungen.
Sonderfälle
Mehrere Projekte in einem Paket
Liegen mehrere Websites oder Domains in einem Tarif, etwa von Familienmitgliedern, Vereinen oder Kunden, betrifft die Kündigung alle. Informieren Sie die Beteiligten rechtzeitig und legen Sie fest, wer welche Domain und welche Daten übernimmt. Ziehen Sie jedes Projekt einzeln um und kündigen Sie erst, wenn das letzte erfolgreich umgezogen ist.
Der Anbieter kündigt oder stellt den Tarif ein
Auch Hoster beenden Verträge, etwa weil ein Tarif ausläuft oder das Angebot verkauft wird. Dann gilt dieselbe Reihenfolge, nur unter Zeitdruck. Lesen Sie die Mitteilung genau: Bis wann sind Daten abrufbar, wird automatisch in einen neuen Tarif gewechselt, und was passiert mit der Domain? Sichern Sie sofort, auch wenn ein automatischer Wechsel angeboten wird.
Website wird endgültig eingestellt
Soll ein Projekt ganz verschwinden, prüfen Sie, ob noch Links von anderen Websites oder Einträge in Verzeichnissen auf die Domain zeigen. Wird eine Domain mit bestehenden Links aufgegeben, kann ein Dritter sie registrieren und unter Ihrem früheren Namen eigene Inhalte zeigen. Manchmal ist es sinnvoller, die Domain gegen einen kleinen Jahresbetrag zu behalten und auf ein anderes Angebot weiterzuleiten.
Kompakte Checkliste
Mindestens vier Wochen vor dem Wunschtermin
- Vertragsübersicht, Laufzeit und Kündigungsfrist geprüft
- Alle Bestandteile des Pakets notiert, inklusive Zusatzdomains und Zusatzleistungen
- Externe Dienste mit Bezug zu Domain oder Server erfasst
Vor dem Absenden der Kündigung
- Dateien, Datenbanken, Postfächer und DNS-Zone außerhalb des Anbieters gesichert und geprüft
- Domain umgezogen oder als eigener Vertrag weitergeführt
- E-Mail-Adressen, die als Login dienen, beim neuen Anbieter funktionsfähig
Kündigung
- Über den vorgesehenen Weg gekündigt, jeder Vertrag einzeln
- Kündigungsbestätigung mit Vertragsende gespeichert
Nach dem Vertragsende
- Website, Formulare und E-Mail ohne Fehler erreichbar
- Keine Zugriffe mehr auf den alten Server
- Zahlungsdaten beim alten Anbieter entfernt, letzte Rechnung geprüft
Fragen und Antworten
- Was passiert mit meiner Domain, wenn ich das Hosting kündige?
- Das hängt vom Vertrag ab. Ist die Domain Teil des Hosting-Pakets, wird sie häufig mitgekündigt und nach Vertragsende gelöscht. Danach kann sie jeder neu registrieren. Ziehen Sie die Domain deshalb vor dem Vertragsende per Auth-Code zu einem anderen Anbieter um oder vereinbaren Sie, dass sie separat weiterläuft.
- Wie lange speichert der Hoster meine Daten nach der Kündigung?
- Darauf sollten Sie sich nicht verlassen. Viele Anbieter löschen Webspace, Datenbanken und Postfächer unmittelbar oder kurz nach Vertragsende, eine Pflicht zur Aufbewahrung für Sie besteht nicht. Gehen Sie davon aus, dass ab dem letzten Vertragstag nichts mehr abrufbar ist.
- Kann ich mein Hosting jederzeit kündigen?
- Nur wenn der Vertrag das vorsieht. Maßgeblich sind Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist in Ihrem Vertrag. Für Verbraucherverträge gelten in Deutschland gesetzliche Grenzen für automatische Verlängerungen; bei Geschäftskunden zählt in erster Linie, was vereinbart wurde. Prüfen Sie die Angaben im Kundenmenü oder in den Vertragsunterlagen.
- Reicht ein Backup aus dem Kundenmenü des Hosters?
- Nur wenn Sie die Sicherung tatsächlich herunterladen und außerhalb des Anbieters speichern. Ein Backup, das nur im Kundenmenü liegt, verschwindet mit dem Konto. Prüfen Sie außerdem, ob es Dateien, Datenbanken und E-Mail-Postfächer vollständig enthält.
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- Hosting-Umzug
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- Domain und DNS
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- Website-Backup
Was zu einem vollständigen Backup gehört, wie Sie die 3-2-1-Regel für eine Website umsetzen und welche Werkzeuge für welchen Bedarf passen.
Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion HostingAS. Hinweise auf Fehler oder veraltete Angaben nehmen wir gern über das Kontaktformular entgegen.